Gemeinsame Resolution der Stadt
Kaiserslautern und des Landkreises Kaiserslautern zur Abschaltung des
Atomkraftwerkes Cattenom
Der Stadtrat der Stadt Kaiserslautern und
der Kreistag des Landkreises Kaiserslautern sind tief bestürzt und betroffen
über die Ereignisse in Japan. Die Auswirkung der Naturkatastrophe vom 11.
März 2011 haben deutlich gezeigt, dass die Atomtechnologie nicht
beherrschbar und mit unverantwortlichen Risiken verbunden ist.
Daher erfüllt uns auch die Nähe des
Atomkraftwerkes Cattenom mit großer Sorge. Aufgrund der zahlreichen
Störfälle während der gesamten Laufzeit und der vorherrschenden West- und
Südwestwinde sehen wir hierin ein Risiko für die Sicherheit und das
Wohlergehen unserer Bevölkerung in Stadt und Landkreis Kaiserslautern.
Wir fordern daher, dass für dieses
Atomkraftwerk mit vier Druckwasserreaktoren die gleichen Überprüfungs- und
Sicherheitsstandards angewandt werden, wie für die jetzt stillgelegten
Altkraftwerke in Deutschland.
Der Rat der Stadt Kaiserslautern und der
Kreistag des Landkreises Kaiserslautern bitten die Bundesregierung und die
rheinland-pfälzische Landesregierung, sich beim französischen Präsidenten
Nicolas Sarkozy und allen zuständigen Behörden für die sofortige
Abschaltung des AKW Cattenom nachdrücklich einzusetzen und auf einen
gesamteuropäischen Ausstieg aus der Kernenergie zu drängen.

Interview mit
Hans-Josef (Sepp) Wagner,
langjähriges SPD-Mitglied in Landstuhl
von Wolfgang Feth,
Rechtsanwalt
Zur Person
Hans-Josef Wagner, Vordere Fröhnstr. 16, 66849 Landstuhl
58 Jahre, Technischer Fachwirt Telekom a.D., verheiratet, 2 erwachsene
Kinder, 4 Enkel
Westpfalz-Journal:
Herr Wagner, seit wann sind Sie in der Landstuhler SPD?
Ich bin seit 1986 in der SPD
Westpfalz-Journal:
Was waren Ihre Stationen in der SPD?
Kurz nach meinem Eintritt in die SPD wurde ich Beisitzer im Ortsverein
Landstuhl, danach war ich mehrere Jahre stellvertretender Vorsitzender bis
ich von H.W Fuchs den OV übernommen habe. In dieser Zeit war ich 12 Jahre im
Kreisvorstand der SPD und wurde 1994 in den Kreistag Kaiserslautern gewählt,
dem ich auch heute noch angehöre. Die vielen dazugehörigen Ausschüsse in
Stadt und Kreis in denen ich tätig war, bzw. bin, möchte hier nicht alle
aufzählen.
Westpfalz-Journal: Gehören Sie auch der
Gewerkschaft an und haben Sie sich auch dort engagiert?
Ja, ich bin seit 1966 bis Heute
Mitglied der damaligen Deutschen Postgewerkschaft heute VerDi. 1966 wurde
ich zum Jugendvertreter gewählt und später Mitglied im OV der Deutschen
Postgewerkschaft Kaiserslautern. Ich war Gründungsmitglied der Amtsgruppe
Landstuhl/Kusel, zuerst als Beisitzer danach stellv. Vorsitzender. Bis zu
meinem Ausscheiden aus dem Dienst war ich lange Jahre im Personalrat bzw.
Betriebsrat tätig. Fast 20 Jahre war ich als Teamer für
Vertrauensleuteausbildung im Bezirk Nordbaden/Pfalz mitverantwortlich.
Westpfalz-Journal:
Zurzeit sitzen Sie für die SPD im Kreistag Kaiserslautern. Was sind dort
Ihre Ziele?
Ehrliche und transparente Politik für die Bürgerinnen und Bürger im
Kreis Kaiserslautern zu machen.
Westpfalz-Journal:
In welchem Zeitraum waren Sie Mitglied des Stadtrates Landstuhl? Was waren
die Gründe für Ihr Ausscheiden?
Von 1989 bis 2004 war
ich Mitglied des Stadtrates in Landstuhl, u.a. auch als
Fraktionsvorsitzender. Gesundheitliche Probleme waren der Anlass für mein
Ausscheiden. Ein weiterer Grund war, dass es in dieser Zeit keine
Möglichkeit gab, SPD-Ideen und Anträge zum Wohle unserer Bürgerinnen und
Bürger zu verwirklichen. Diese „Grumerkratie“ mit seiner absoluten CDU
Mehrheit war ein Kampf gegen Windmühlen.
Westpfalz-Journal:
Wie kommentieren Sie das Abschneiden der Landstuhler SPD bei der
Stadtratswahl?
Ich freue mich über den Zugewinn eines Stadtratsitzes. Nur hätte hier
mehr herauskommen können, wenn eine konstruktivere Oppositionspolitik
betrieben worden wäre.
Beispiele:
- Zustimmung Parkhaus
- Alternativlose Zustimmung Abriss Bolzplatz (heute neue Stadtgärtnerei)
- Zustimmung Alter Markt
- Schließung Katholischer Kindergarten
- Verspätetes Eingreifen beim Abriss des Hallenbades
Westpfalz-Journal:
Sie zählen eher zum linken Flügel der SPD. Warum haben Sie nicht, wie viele
Ihrer Genossen, der SPD den Rücken gekehrt und sind zu den Linken
übergewechselt?
Mit solch einem Gedanken spielt
man natürlich, wenn die eigene Partei Grundprinzipien der Sozialdemokratie
verlässt. Nur Spaltung bringt nichts. Dies lehrt uns auch die
SPD-Geschichte. Man sieht dies bei dem Ergebnis der Bundestagswahl. Die
Auslandspolitik ist mir bei den Linken zu einseitig. Sonst gebe ich Ihnen
Recht dass „meine“ jetzige SPD zu weit von links abgerückt ist.
Westpfalz-Journal:
Was muss Ihrer Ansicht nach in der SPD geschehen, damit sie wieder für mehr
Wähler attraktiv wird?
Die SPD muss den Wähler wieder
fragen war er will, und nicht bist du mit dem einverstanden was ich will.
Die SPD muss wieder glaubwürdig werden und dies auch auf kommunaler Ebene.
Westpfalz-Journal:
Nach wie vor engagieren Sie sich für die Landstuhler Stadtpolitik, wie zum
Beispiel bei der Umsetzung des Jakob-Weber-Denkmals. Was liegt Ihnen
besonders am Herzen?
Natürlich bin ich im Herzen ein
Landstuhler, wenn auch die Zusammenarbeit in den letzten 5 Jahren mit der
Landstuhler SPD zu wünschen übrig ließ. Nach Neuwahlen im SPD-Vorstand und
in der Fraktionsspitze haben sich die Grundlagen zum Positiven geändert.
Zurzeit würde ich mir wünschen, dass der Tourismus nicht nur als Schlagwort
in Landstuhl gehandelt wird. So könnte ich mir vorstellen, dass das
Sportheim des ehemaligen SV Atzel nicht abgerissen wird (wie es zurzeit in
Landstuhl Mode ist) sondern in Kooperation mit einem Jugendherbergsverein,
dem Pfälzer waldverein oder den Naturfreunden zu einem Wanderheim mit
Übernachtungsmöglichkeiten erweitert wird. Dies klingt zwar sehr utopisch,
wäre aber mit Kreativität und Arbeit zu verwirklichen. Gleichzeitig hätten
die Sporttreibenden wieder ihr „Sportheim“.
Westpfalz-Journal:
Herr Wagner, Sie blicken auf ein bewegtes politisches Leben zurück. Was
waren Ihre Highlights?
Als ich 1989, nach nur
dreijähriger Mitgliedschaft in der SPD, zusammen mit meinem Freund Rainer
Utzinger in den Stadtrat gewählt wurde. Auch mein 5. Platz bei der
Kreistagswahl 2009 war für mich eine Überraschung, zumal auf den vorderen
Listenplätzen Orts- und Verbandsbürgermeister (Kandidaten) sowie auch
Landtagsabgeordnete aufgestellt waren.
Westpfalz-Journal:
Sie hätten einen Wunsch frei, was würden Sie sich wünschen?
Dass es endlich aufhört mit
diesen Kriegen auf der Welt, alle Menschen zu essen haben, gesund, glücklich
und zufrieden wären.
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