Schwimmbäder:
"Deutliches Beispiel für Populismus"
Zu: "Ich bin enttäuscht" in der Rheinpfalz-Ausgabe vom 6. Sept. 2008. Die Rheinpfalz ging der Frage nach, ob dem "Azur" in Ramstein - Miesenbach nach Eröffnung des Air-Base- Schwimmbads die US-Gäste fortlaufen, weil die Eintrittspreise dort deutlich niedriger sind.
Die
Bäderdezernenten von Ramstein und Landstuhl beklagen sich lautstark über die
niedrigen Eintrittspreise im "Aquatic Center" auf der Air Base Ramstein. Wie
lange arbeiten die "betroffenen" Gemeinden schon mit den US-Streitkräften
zusammen? Haben sie aus dieser langjährigen Kooperation eigentlich nichts
gelernt? Glauben die Herren denn allen Ernstes, das die US-Streitkräfte bei
der Gestaltung der Eintrittspreise für ihre Einrichtungen eine Einflussnahme
von außen akzeptieren würden?
Wer nicht ganz betriebsblind durch die Welt läuft, der weiß, dass die Vereinigten Staaten in jeder Kasernenanlage, die sie weltweit betreiben, großen Wert auf die Betreuung der Angehörigen ihrer Streitkräfte sowie deren Familien legen. Das ist ein wesentlicher Teil des Grundkonzeptes dieses Staates. Sogar in ihrem eigenen Land gibt es diese Betreuungseinrichtungen, die oftmals schon stehen, bevor überhaupt der erste Soldat in die entsprechende Kaserne einzieht.
Als die Verbandsgemeinde Landstuhl im letzten Jahr Argumente für die Schließung des eigenen Allwetterbades sammelte, hatte gerade Herr Degenhardt zu fast jeder passenden - und manchmal unpassenden - Gelegenheit das Bad auf der Air Base als wesentliches Argument angeführt.
Der aus diesem Neubau zu erwartende Rückgang der Besucherzahlen für die Bäder in Landstuhl und Ramstein war für ihn einer der wesentlichen Berechnungsfaktoren für die Un-Rentabilität des Landstuhler Bades.
Worüber beklagen sich die Herren jetzt eigentlich?
Muss man mangelnden Weitblick und damit einhergehendes Unvermögen öffentlich machen?
Oder haben die beiden Herren einfach nicht bedacht, dass interessierten Bürgern ihr Doppelspiel auffallen würde?
Ein ziemlich deutliches Beispiel für Populismus. (Ralf Hersina)
(Dieser Bericht wurde auch als Leserbrief am Donnerstag, den 23.10.2008 in der Rheinpfalz veröffentlicht.)